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E-Assessment

Als E-Assessment wird der Einsatz digitaler Technologien zur Erfassung und Bewertung von Wissen, Kompetenzen oder Lernständen bezeichnet. Je nach Ziel kann ein E-Assessment vor, während oder am Ende eines Lernprozesses stattfinden, z. B. als diagnostischer Eingangstest, formative Lernkontrolle oder summative digitale Prüfung.

An Hochschulen reicht das Spektrum von freiwilligen Selbsttests über digitale Übungen bis hin zu benoteten Online-Prüfungen. Je verbindlicher die Prüfung ist, desto wichtiger werden neben dem didaktischen Prüfungsdesign auch technische Stabilität, Datenschutz, Chancengleichheit und nachvollziehbare Prüfungsprozesse.

Was ist E-Assessment?

Unter E-Assessment werden digitale Verfahren zur Erfassung und Bewertung von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen verstanden. Der Begriff umfasst somit mehr als nur eine einzelne Online-Klausur. Auch digitale Selbsttests, Lernstandskontrollen, Übungen oder elektronische Prüfungen vor Ort können zum E-Assessment gehören. Entscheidend ist, dass digitale Technologien in den eigentlichen Assessment-Prozess integriert sind. Werden hingegen lediglich Vorbereitung, Korrektur oder Archivierung digitalisiert, handelt es sich nicht zwangsläufig um ein E-Assessment im engeren Sinne.

E-Assessment kann sowohl ortsgebunden als auch ortsunabhängig stattfinden. So ist eine E-Klausur in einem hochschuleigenen Prüfungsraum ebenso möglich wie eine Online-Prüfung, die Studierende über ihren eigenen Rechner bearbeiten. Der Begriff beschreibt daher zunächst die digitale Form des Assessments, nicht jedoch dessen Prüfungszweck oder rechtliche Relevanz.

Welche Formen von E-Assessment gibt es?

E-Assessments lassen sich danach unterscheiden, wann im Lernprozess sie eingesetzt werden und welchen Zweck sie erfüllen. Besonders relevant sind diagnostische, formative und summative Assessments. Diese Einteilung ist wichtig, da sich daraus unterschiedliche Anforderungen an die Durchführung, Auswertung und Prüfungssicherheit ergeben.

Diagnostisches E-Assessment

Diagnostische Assessments finden typischerweise vor oder zu Beginn eines Lernprozesses statt. Sie sollen zeigen, welches Wissen oder welche Kompetenzen bereits vorhanden sind. An Hochschulen können sie z. B. eingesetzt werden als:

  • Eingangstests zu Beginn eines Studiengangs oder Moduls
  • digitale Einstufungstests
  • freiwillige Self-Assessments zur Studienorientierung
  • Tests zur Ermittlung von Vorkenntnissen
  • diagnostische Aufgaben zur individuellen Lernplanung

Das Ergebnis dient vor allem der Orientierung. Lehrende können erkennen, welche Voraussetzungen bereits vorhanden sind und an welchen Stellen Unterstützungsbedarf besteht. Studierende erhalten zugleich eine Rückmeldung zum eigenen Wissensstand.

Formatives E-Assessment

Formative Assessments begleiten den Lernprozess. Ihr Schwerpunkt liegt nicht auf einer abschließenden Bewertung, sondern darauf, Lernfortschritte sichtbar zu machen und Feedback zu ermöglichen. Typische Formate sind z.B.:

  • Online-Quizze
  • kurze Wissenstests
  • Übungsprüfungen
  • Selbsttests
  • Zwischenfeedbacks
  • wiederkehrende Lernstandskontrollen

Der Vorteil liegt vor allem in der schnellen Rückmeldung. Studierende erkennen frühzeitig, welche Inhalte bereits sicher beherrscht werden und wo noch Lernbedarf besteht. Lehrende können die Ergebnisse gleichzeitig nutzen, um ihre Lehre anzupassen. Digitale Tests und Quizze können daher insbesondere für formative Einsatzszenarien eine sinnvolle Ergänzung der Lehre sein.

Summatives E-Assessment

Summative Assessments bewerten die Leistung am Ende eines Lernabschnitts. Dazu gehören z. B.:

  • Modulprüfungen
  • Abschlussklausuren
  • benotete Leistungsnachweise

Anders als formative Lernkontrollen sind summative Prüfungen unmittelbar mit akademischer Bewertung und Zertifizierung verbunden. Dadurch entstehen höhere Anforderungen an Prüfungsordnung, Chancengleichheit, Identitätsfeststellung, Dokumentation und technische Zuverlässigkeit. Eine summative digitale Prüfung kann beispielsweise als beaufsichtigte E-Klausur auf dem Campus oder als Online-Prüfung durchgeführt werden.

E-Assessment und Online-Test: Was ist der Unterschied?

Nicht jeder Online-Test ist automatisch ein prüfungsrelevantes E-Assessment. Ein Online-Test beschreibt zunächst einmal nur die technische Form. Die Fragen werden digital bereitgestellt und beantwortet. Dahinter kann sich ein freiwilliges Quiz, ein Selbsttest oder eine benotete Klausur verbergen.

E-Assessment ist dagegen der weiter gefasste Begriff für digital unterstützte Verfahren zur Erfassung und Bewertung von Lernständen oder Kompetenzen. Ein Online-Test kann somit eine Form des E-Assessments sein.

Auch eine Online-Klausur ist lediglich eine mögliche Variante. Dabei handelt es sich um eine Prüfung, die digital und in der Regel über ein webbasiertes Prüfungssystem durchgeführt wird. Je nach Organisation kann sie auf dem Campus oder als Remote-Prüfung stattfinden.

Der zentrale Unterschied liegt somit weniger in der verwendeten Technik als im Zweck und in der Verbindlichkeit des Assessments. So gelten für einen freiwilligen Selbsttest andere organisatorische Anforderungen als für eine benotete Modulprüfung, die Auswirkungen auf den Studienverlauf hat.

Welche technischen Voraus­setzungen braucht E-Assessment?

Die technischen Anforderungen hängen stark vom jeweiligen Einsatzszenario ab. Ein freiwilliger Selbsttest stellt geringere Anforderungen an Infrastruktur und Ausfallsicherheit als eine digitale Prüfung mit mehreren hundert Studierenden. Für professionelle E-Assessments sollten Hochschulen insbesondere folgende Bereiche berücksichtigen:

  • Technische Infrastruktur: Server, Netzwerk und Endgeräte müssen auf die erwartete Zahl gleichzeitig Prüfender ausgelegt sein. Gerade bei großen Kohorten sollte geprüft werden, wie sich Lastspitzen auf die Prüfungsumgebung auswirken.
  • Zugangsmanagement: Es muss eindeutig geregelt sein, wer auf eine Prüfung zugreifen darf und zu welchem Zeitpunkt der Zugang möglich ist.
  • Systemintegration: Die Anbindung an Learning- oder Campus-Management-Systeme kann helfen, Nutzer*innen, Prüfungszugänge und Ergebnisse in bestehende Hochschulprozesse einzubinden. Informationen zu möglichen Anbindungen bietet die Übersicht zu Integrationen für evasys und evaexam.
  • Ausfallsicherheit: Für technische Störungen sollten vor der Prüfung klare Prozesse definiert werden. Dazu gehört auch die Frage, wie bei Verbindungsabbrüchen, Geräteproblemen oder anderen technischen Ausfällen verfahren wird.
  • Support: Studierende und Prüfende benötigen klare Ansprechpartner*innen und Informationen zum technischen Ablauf. Bei summativen Prüfungen empfiehlt sich außerdem ein Testlauf, insbesondere wenn ein Prüfungsformat oder System erstmals eingesetzt wird.

Technik allein macht jedoch noch kein gutes E-Assessment. Sie muss zum didaktischen Konzept, zum Prüfungsformat und zu den organisatorischen Rahmenbedingungen passen.

Wie lässt sich E-Assessment rechts- und prüfungssicher umsetzen?

Bei prüfungsrelevanten E-Assessments geht es nicht nur darum, eine funktionierende Prüfungssoftware bereitzustellen. Rechtssicherheit und Prüfungssicherheit ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Rechtsgrundlage, Prüfungsordnung, Prüfungsdesign, Technik und Organisation. Welche konkreten Vorgaben gelten, hängt unter anderem vom Landeshochschulrecht, von den jeweiligen Prüfungsordnungen und vom Prüfungsformat ab. Gerade bei Online-Prüfungen müssen Hochschulen zudem die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Klare Prüfungsregeln und Zuständigkeiten

Vor der Einführung eines digitalen Prüfungsformats sollte geklärt sein, welche Prüfungsform zulässig ist, welche Hilfsmittel verwendet werden dürfen und wie mit Täuschungsversuchen oder technischen Störungen umgegangen wird. Auch Verantwortlichkeiten müssen klar definiert sein: Wer erstellt und gibt Prüfungen frei? Wer überwacht die Durchführung? Wer darf Prüfungsergebnisse einsehen oder verändern? Und wer entscheidet bei Störungen?

Identität und Zugang absichern

Bei benoteten digitalen Prüfungen muss sichergestellt werden, dass die vorgesehene Person an der Prüfung teilnimmt und nur im zulässigen Zeitraum Zugriff erhält. Dazu können je nach Prüfungsszenario beispielsweise individuelle Zugänge, Authentifizierung über Hochschulsysteme oder eine Identitätskontrolle gehören.

Chancengleichheit und Nachteilsausgleich berücksichtigen

Digitale Prüfungen sollten für Teilnehmende vergleichbare Bedingungen schaffen. Dazu gehören nicht nur einheitliche Bewertungsmaßstäbe, sondern auch Barrierefreiheit und individuell erforderliche Nachteilsausgleiche. Bei digitalen Prüfungsformaten sollte daher bereits in der Planung berücksichtigt werden, ob einzelne Studierende z. B. zusätzliche Bearbeitungszeit oder alternative Zugangsmöglichkeiten benötigen.

Datenschutz von Beginn an einplanen

Insbesondere bei Remote-Prüfungen können zusätzliche personenbezogene Daten verarbeitet werden. Das gilt z. B. bei Identitätskontrollen oder beim Einsatz von Proctoring. Hochschulen sollten deshalb vorab klären, welche Daten tatsächlich erforderlich sind, auf welcher Rechtsgrundlage sie verarbeitet werden, wie lange sie gespeichert werden und wer Zugriff darauf erhält. Teilnehmende müssen transparent über die Datenverarbeitung informiert werden.

Prüfungsvorgänge nachvollziehbar dokumentieren

Gerade bei summativen Prüfungen ist eine belastbare Dokumentation wichtig. Dazu können Prüfungszeitpunkt, Zugänge, Bearbeitungszeiten, Bewertungsregeln und Ergebnisse gehören. Bei technischen Störungen sollte ebenfalls nachvollziehbar sein, wann und in welchem Umfang sie aufgetreten sind und wie damit umgegangen wurde.

Wie kann Chancengleichheit bei digitalen Prüfungen unterstützt werden?

Chancengleichheit bedeutet nicht nur, allen Teilnehmenden denselben Prüfungsbogen vorzulegen. Auch technische, organisatorische und individuelle Voraussetzungen müssen berücksichtigt werden.

Bei E-Assessments betrifft das z. B.:

  • barrierearme beziehungsweise barrierefreie Prüfungsumgebungen
  • transparente Prüfungsregeln
  • vergleichbare Bearbeitungszeiten
  • klar definierte zugelassene Hilfsmittel
  • Regelungen für technische Störungen
  • individuell gewährten Nachteilsausgleich
  • konsistente Bewertungsmaßstäbe

Auch die Aufgaben selbst spielen eine Rolle. Größere Fragenpools, verschiedene Prüfungsvarianten oder eine Randomisierung von Aufgaben können dazu beitragen, Täuschungsrisiken zu reduzieren. Solche Maßnahmen ersetzen jedoch keine fachlich geeignete Prüfungskonzeption.

Dasselbe gilt für Proctoring: Prüfungsaufsicht kann ein Element der Absicherung sein, macht eine digitale Prüfung aber nicht automatisch fair oder rechtssicher. Entscheidend ist, dass eingesetzte Kontrollmaßnahmen erforderlich, transparent und zum jeweiligen Prüfungszweck angemessen sind.

Wo wird E-Assessment an Hochschulen eingesetzt?

E-Assessment kann entlang verschiedener Phasen des Studiums und der Lehre eingesetzt werden.

  • Studienorientierung und Studienbeginn: Diagnostische Self-Assessments und Einstufungstests helfen dabei, Vorkenntnisse zu bestimmen oder Studierende bei der Vorbereitung auf ein Studium zu unterstützen.
  • Lehrveranstaltungen: Kurze digitale Tests und Quizze ermöglichen regelmäßige formative Lernstandskontrollen.
  • Prüfungsvorbereitung: Probeprüfungen können Studierende sowohl fachlich als auch technisch auf ein digitales Prüfungsformat vorbereiten.
  • Modul- und Abschlussprüfungen: Summative E-Klausuren ermöglichen verbindliche digitale Leistungsnachweise.
  • Weiterbildung: Auch Zertifikatsprogramme und hochschulische Weiterbildungsangebote können digitale Assessments zur Lernkontrolle und Zertifizierung einsetzen.

Wie unterstützt evaexam beim E-Assessment?

Mit evaexam können Hochschulen unterschiedliche digitale Prüfungs- und Testszenarien innerhalb einer zentralen Prüfungsumgebung organisieren. Dazu gehören neben klassischen Online-Prüfungen auch Tests und Quizze sowie papierbasierte Prüfungen. Die Prüfungssoftware kann damit sowohl formative Lernkontrollen als auch summative Prüfungsprozesse unterstützen.

Prüfungsfragen lassen sich strukturiert verwalten und in unterschiedlichen Prüfungsszenarien einsetzen. Abhängig vom Fragetyp können Ergebnisse automatisiert oder durch Prüfende bewertet und anschließend für die weitere Auswertung bereitgestellt werden. Für Hochschulen mit größeren Prüfungsstrukturen sind auch Rollen, Zugriffsrechte und die Einbindung in vorhandene IT-Landschaften relevant. Über verschiedene Integrationen lässt sich evaexam in bestehende Hochschulprozesse einbinden.

Bei Online-Prüfungen unterstützt die Software zudem die organisatorische Steuerung digitaler Prüfungsabläufe. Abhängig vom jeweiligen Prüfungskonzept können weitere Maßnahmen wie kontrollierte Prüfungsumgebungen oder Proctoring ergänzt werden. evaexam ersetzt dabei weder eine Prüfungsordnung noch das didaktische und rechtliche Prüfungskonzept einer Hochschule. Die Prüfungssoftware unterstützt vielmehr dabei, definierte Prüfungsprozesse technisch strukturiert, nachvollziehbar und skalierbar umzusetzen.

Häufige Fragen (FAQs) zu E-Assessment

Was ist E-Assessment einfach erklärt?

E-Assessment bezeichnet die digitale Erfassung und Bewertung von Wissen, Fähigkeiten oder Kompetenzen. Dazu können freiwillige Selbsttests und digitale Lernkontrollen ebenso gehören wie benotete Online-Klausuren.

Was ist der Unterschied zwischen formativem und summativem E-Assessment?

Formative E-Assessments begleiten den Lernprozess und dienen vor allem dazu, Lernstände sichtbar zu machen und Feedback zu geben. Summative E-Assessments bewerten Leistungen am Ende eines Lernabschnitts und können benotungs- oder zertifizierungsrelevant sein.

Was ist diagnostisches E-Assessment?

Diagnostisches E-Assessment wird vor oder zu Beginn eines Lernprozesses eingesetzt. Es dient dazu, Vorkenntnisse und Kompetenzstände zu bestimmen und daraus beispielsweise Lernempfehlungen oder Einstufungen abzuleiten.

Ist E-Assessment dasselbe wie eine Online-Klausur?

Nein. Eine Online-Klausur ist nur eine Form des E-Assessments. Der Begriff umfasst auch digitale Selbsttests, Quizze, Lernstandskontrollen und andere elektronische Bewertungsformate.

Welche Voraussetzungen braucht eine digitale Prüfung?

Zu den zentralen Voraussetzungen gehören eine stabile technische Infrastruktur, geregelte Prüfungszugänge, klare Verantwortlichkeiten, Datenschutz, Barrierefreiheit, ein Konzept für technische Störungen sowie ein Prüfungsformat, das zum jeweiligen Lernziel passt.

Wie kann eine Online-Klausur gegen Täuschung abgesichert werden?

Mögliche Maßnahmen reichen von eindeutigen Prüfungszugängen und Zeitsteuerung über unterschiedliche Prüfungsvarianten und randomisierte Aufgaben bis hin zu Prüfungsaufsicht oder technischen Prüfungsumgebungen. Welche Maßnahmen angemessen sind, hängt vom konkreten Prüfungszweck ab.