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Systemakkreditierung

Die Systemakkreditierung ist ein Akkreditierungsverfahren für Hochschulen, bei dem nicht einzelne Studiengänge, sondern das interne Qualitätsmanagementsystem für Studium und Lehre geprüft wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob dieses System geeignet ist, die Qualität von Studiengängen dauerhaft zu sichern, weiterzuentwickeln und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Für Hochschulen ist die Systemakkreditierung besonders relevant, weil sie mehr Verantwortung in die eigene Organisation verlagert. Studiengänge werden innerhalb klar definierter interner Verfahren bewertet, weiterentwickelt und reakkreditiert. Dafür sind transparente Prozesse, verbindliche Zuständigkeiten, belastbare Daten und eine Dokumentation erforderlich, die auch bei komplexen Studiengangslandschaften nachvollziehbar bleibt.

Was ist Systemakkreditierung?

Bei der Systemakkreditierung wird das hochschulinterne Qualitätsmanagementsystem im Bereich Studium und Lehre extern begutachtet. Ziel ist es zu prüfen, ob eine Hochschule mit ihren eigenen Verfahren zuverlässig gewährleisten kann, dass ihre Studiengänge fachlich, strukturell und organisatorisch den geltenden Qualitätsanforderungen entsprechen.

Im Unterschied zur Akkreditierung eines einzelnen Studiengangs steht dabei nicht ein konkretes Programm im Fokus. Bewertet wird das System, mit dem Studiengänge eingerichtet, überprüft, verändert und regelmäßig weiterentwickelt werden. Dazu gehören z. B. interne Begutachtungsverfahren unter Beteiligung externer Expert*innen, definierte Entscheidungswege, Dokumentationspflichten und die Nachverfolgung von Maßnahmen.

Eine erfolgreiche Systemakkreditierung bedeutet jedoch nicht, dass alle Studiengänge automatisch akkreditiert sind. Jeder Studiengang muss weiterhin die im QM-System festgelegten Verfahren durchlaufen. Der Unterschied besteht darin, dass die Hochschule diese Qualitätssicherung im Rahmen ihres geprüften Systems eigenverantwortlich organisiert.

Die Systemakkreditierung ist damit eng mit Hochschulsteuerung, Qualitätsentwicklung und Prozessmanagement verbunden. Sie erfordert nicht nur fachliche Kriterien, sondern auch klare Rollen, verlässliche Daten, abgestimmte Fristen und gut dokumentierte Entscheidungen.

Systemakkreditierung und Programmakkreditierung im Vergleich

Sowohl die Systemakkreditierung als auch die Programmakkreditierung verfolgen das Ziel, Studiengänge qualitätsgesichert, transparent und regelkonform anzubieten. Der Unterschied liegt vor allem darin, was geprüft wird.

  • Bei der Programmakkreditierung steht ein einzelner Studiengang oder ein Bündel mehrerer Studiengänge im Mittelpunkt. Extern begutachtet werden dabei unter anderem Qualifikationsziele, Curriculum, Modularisierung, Prüfungsformen, Ressourcen, Studierbarkeit und fachlich-inhaltliche Qualität.
  • Die Systemakkreditierung setzt eine Ebene höher an. Sie prüft das interne Qualitätsmanagementsystem der Hochschule und damit die Frage, ob Studiengänge innerhalb klarer Verfahren zuverlässig eingerichtet, überprüft, weiterentwickelt und reakkreditiert werden können.

Während sich die Programmakkreditierung also auf einzelne Studiengänge konzentriert, bewertet die Systemakkreditierung die Strukturen, Prozesse und Zuständigkeiten, mit denen eine Hochschule die Qualität von Studium und Lehre dauerhaft sicherstellt. Dadurch gewinnt die Hochschule mehr Eigenverantwortung, ihre Verfahren müssen jedoch besonders transparent, verbindlich und nachvollziehbar gestaltet werden.

In der Praxis betrifft Systemakkreditierung deshalb nicht nur das zentrale Qualitätsmanagement. Auch Hochschulleitung, Fakultäten, Studiengangskoordinationen, Lehrende, Studierende, IT, Datenschutz und externe Gutachter*innen sind in vielen Verfahrensschritten eingebunden.

Warum ist Systemakkreditierung für Hochschulen relevant?

Die Systemakkreditierung ist besonders wichtig für Hochschulen und Universitäten, die Qualitätssicherung nicht als einmalige Prüfung, sondern als kontinuierlichen Entwicklungsprozess in Studium und Lehre verstehen. Sie schafft die Grundlage dafür, Qualitätsanforderungen dauerhaft in die internen Abläufe zu integrieren.

Ihr zentraler Mehrwert liegt in der größeren institutionellen Gestaltungsfreiheit. So können Hochschulen Verfahren entwickeln, die zu ihren Fakultätsstrukturen, Studiengangslogiken und strategischen Zielen passen. Gleichzeitig müssen sie nachweisen, dass diese Verfahren verbindlich angewendet werden und wirksam zur Qualitätssicherung beitragen.

  • Klare Abläufe: Studiengangsverfahren lassen sich anhand definierter Schritte, Rollen und Zuständigkeiten steuern.
  • Nachvollziehbare Entscheidungen: Gutachten, Stellungnahmen, Beschlüsse und Maßnahmen bleiben dokumentiert.
  • Stärkere Qualitätskultur: Evaluationen, Befragungen und Monitoringdaten können systematisch in Verbesserungsprozesse einfließen.
  • Bessere Steuerungsgrundlagen: Hochschulleitung und QM-Verantwortliche erhalten belastbare Informationen für strategische Entscheidungen.
  • Weniger Medienbrüche: Wiederkehrende Prozesse können standardisiert und digital unterstützt werden.

Einsatzbereiche in Studium, Lehre und Hochschulmanagement

Systemakkreditierung betrifft vor allem Hochschulen und Universitäten. Relevant wird sie überall dort, wo Studiengänge eingerichtet, verändert, überprüft oder reakkreditiert werden. Auch hochschulische Weiterbildungsangebote können einbezogen sein, wenn sie Teil der akkreditierungsbezogenen Qualitätsprozesse einer Hochschule sind.

  • Studiengangsentwicklung: Neue Studiengänge werden fachlich, didaktisch und organisatorisch geplant. Dabei spielen Qualifikationsziele, Curriculum, Prüfungsformen, Ressourcen, Berufsfeldbezug und Studierbarkeit eine wichtige Rolle.
  • Reakkreditierung und Monitoring: Bestehende Studiengänge werden regelmäßig überprüft. Evaluationsergebnisse, Kennzahlen, Studienverlaufsdaten, externe Rückmeldungen und Maßnahmenberichte helfen dabei, Entwicklungsbedarfe sichtbar zu machen.
  • Wesentliche Änderungen: Änderungen an Modulen, Prüfungsordnungen, Studienstrukturen oder Profilen müssen bewertet und dokumentiert werden. Je nach Umfang können sie interne Akkreditierungsverfahren auslösen.
  • Interne Begutachtung: Hochschulen binden verschiedene Perspektiven ein, etwa aus Wissenschaft, Berufspraxis, Studierendenschaft oder Qualitätsmanagement.
  • Qualitätskreisläufe: Rückmeldungen aus Lehrevaluationen, Studierendenbefragungen oder Absolvent*innenbefragungen liefern Hinweise darauf, ob Studiengänge ihre Ziele erreichen und wo Anpassungen sinnvoll sind.

Je mehr Studiengänge, Beteiligte und Dokumentationspflichten zusammenkommen, desto wichtiger werden zentrale Datenhaltung, transparente Workflows und verlässliche Prozessübersichten.

Herausforderungen und Best Practices bei der Systemakkreditierung

Die Systemakkreditierung erweitert den Gestaltungsspielraum von Hochschulen in der Qualitätssicherung. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an transparente Prozesse, klare Zuständigkeiten und eine lückenlose Dokumentation. Die Hochschulen müssen nachweisen, dass ihr Qualitätsmanagementsystem nicht nur formal beschrieben, sondern auch im Studienalltag zuverlässig angewendet und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, Informationen aus vielen Bereichen zusammenzuführen. Studiengangsdaten, Gutachten, Fristen, Protokolle, Maßnahmen und Beschlüsse entstehen häufig an unterschiedlichen Stellen. Sind diese Informationen nicht zentral verfügbar, werden Akkreditierungsverfahren schnell unübersichtlich und schwer steuerbar.

Auch Rollen und Verantwortlichkeiten sollten eindeutig geregelt sein. Für jedes Verfahren muss nachvollziehbar sein, wer Dokumente erstellt, wer sie prüft, wer Entscheidungen vorbereitet und wer beschlossene Maßnahmen nachhält. Fehlt diese Klarheit, entstehen Verzögerungen und zusätzlicher Abstimmungsaufwand.

In der Praxis hat es sich bewährt, Akkreditierungsverfahren frühzeitig als wiederkehrende Qualitätsprozesse zu planen. Dazu gehören verbindliche Prozessschritte, transparente Fristen, klar definierte Rollen und eine zentrale Ablage für relevante Dokumente. Ebenso wichtig ist es, Rückmeldungen aus Evaluationen, Befragungen und Monitoring nicht isoliert zu betrachten, sondern sie gezielt in Verbesserungsmaßnahmen zu überführen.

Besonders hilfreich ist eine kontinuierliche Perspektive: Die Reakkreditierung sollte nicht erst kurz vor Ablauf einer Frist beginnen, sondern als Teil eines laufenden Qualitätskreislaufs verstanden werden. Digitale Systeme können dabei unterstützen, Verfahrensstände sichtbar zu machen, Informationen zu bündeln und Beteiligte strukturiert einzubinden.

Wie unterstützt qurricula bei der Systemakkreditierung?

Im Rahmen der Systemakkreditierung müssen Hochschulen nachvollziehbar darstellen, wie sie Qualitätsprozesse in Studium und Lehre organisieren, dokumentieren und weiterentwickeln. Dazu gehören klare Verfahrensschritte, dokumentierte Entscheidungen, definierte Zuständigkeiten sowie ein verlässlicher Überblick über Fristen, Versionen und Studiengangsdaten.

qurricula unterstützt Hochschulen dabei, diese Prozesse digital abzubilden. Die Workflowmanagement-Lösung ist auf Studiengangsentwicklung, Qualitätsmanagement und Akkreditierungsprozesse ausgerichtet und hilft dabei, Informationen rund um Studium und Lehre zentral zu strukturieren. Das ist besonders für systemakkreditierte oder systemakkreditierungsnahe Hochschulen relevant, da interne Akkreditierungs- und Reakkreditierungsverfahren häufig viele Beteiligte, Dokumente und Entscheidungsschritte umfassen.

Dabei unterstützt qurricula insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Digitale Studiengangsakten: Studiengangsdaten, Dokumente, Gutachten, Beschlüsse und Vorgänge können zentral geführt werden. Das erleichtert die Nachvollziehbarkeit und reduziert Suchaufwand.
  • Begutachtungsprozesse: Interne und externe Begutachtungen lassen sich strukturiert planen, steuern und dokumentieren.
  • Termin- und Fristenmanagement: Termine, Fristen, Abhängigkeiten und Folgeaufgaben können übersichtlich organisiert werden.
  • Berichte und Übersichten: Relevante Informationen lassen sich für Entscheidungen, Gremienarbeit und Dokumentation zusammenführen.
  • Rollen- und Rechtemanagement: Unterschiedliche Beteiligte können passend zu ihrer Aufgabe eingebunden werden, etwa QM-Teams, Fakultäten, Gutachter*innen, Hochschulleitung oder externe Expert*innen.

qurricula ersetzt dabei nicht das Qualitätsmanagement einer Hochschule und trifft keine Akkreditierungsentscheidung. Die Software unterstützt die operative Umsetzung, indem sie Prozesse dokumentierbar, planbar und für Beteiligte nachvollziehbar macht. Gerade das ist im Kontext der Systemakkreditierung zentral, weil die Wirksamkeit eines QM-Systems auch an seiner praktischen Anwendung sichtbar wird.

Häufige Fragen zu Systemakkreditierung

Was wird bei der Systemakkreditierung geprüft?

Geprüft wird das interne Qualitätsmanagementsystem einer Hochschule im Bereich Studium und Lehre. Im Mittelpunkt steht, ob die Hochschule mit ihren Verfahren, Kriterien, Rollen und Entscheidungswegen die Qualität ihrer Studiengänge zuverlässig sichern und weiterentwickeln kann.

Welche Rolle spielt qurricula in der Systemakkreditierung? 

qurricula unterstützt Hochschulen dabei, Studiengangsverfahren, Fristen, Zuständigkeiten, Dokumente und Verfahrensstände digital abzubilden. Die Software ersetzt keine Akkreditierungsentscheidung, kann aber dazu beitragen, interne Qualitätsprozesse transparenter und nachvollziehbarer zu organisieren.

Worin unterscheidet sich Systemakkreditierung von Programmakkreditierung?

Bei der Programmakkreditierung wird ein einzelner Studiengang oder ein Studiengangsbündel betrachtet. Bei der Systemakkreditierung wird das hochschulinterne QM-System geprüft. Nach erfolgreicher Systemakkreditierung kann die Hochschule Studiengänge innerhalb dieses geprüften Systems eigenverantwortlich qualitätssichern.

Wie lange gilt eine Systemakkreditierung?

Eine Systemakkreditierung gilt in der Regel für acht Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums müssen alle Studiengänge der Hochschule den vorgesehenen internen Qualitätssicherungszyklus mindestens einmal durchlaufen.

Welche Rolle spielen Evaluationen in der Systemakkreditierung?

Evaluationen liefern wichtige Hinweise zur Qualität von Studium und Lehre. Ergebnisse aus Lehrevaluationen, Studierendenbefragungen oder Absolvent*innenbefragungen können zeigen, wo Studiengänge gut funktionieren und wo Weiterentwicklung notwendig ist. Entscheidend ist, dass diese Rückmeldungen in Qualitätsprozesse einfließen.