Skip to main content
Zurück zum Glossar

WCAG

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind international anerkannte Richtlinien für digitale Barrierefreiheit. Sie wurden von der Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortiums (W3C) entwickelt und helfen dabei, Websites, Webanwendungen und digitale Inhalte so zu gestalten, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich sind.

Barrierefreiheit bedeutet im digitalen Kontext, dass Inhalte und Funktionen unabhängig von individuellen Einschränkungen oder den eingesetzten assistiven Technologien möglichst selbstständig genutzt werden können.

Was ist WCAG?

WCAG ist ein technischer Standard für barrierefreie Webinhalte und richtet sich an alle, die digitale Inhalte planen, gestalten, entwickeln oder bewerten. Dazu zählen nicht nur Websites im engeren Sinn, sondern auch Webanwendungen, Formulare und andere browserbasierte Oberflächen.

Der Standard ist entlang von vier Grundprinzipien aufgebaut: Inhalte sollen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein. Zu diesen Prinzipien gehören testbare Erfolgskriterien, anhand derer sich Barrierefreiheit konkret prüfen lässt. Dabei beziehen sich die Erfolgskriterien nicht nur auf die technische Umsetzung, sondern auch auf die konkreten Inhalte und die jeweilige Konfiguration. Ob ein digitales Angebot die Anforderungen der WCAG erfüllt, hängt daher sowohl von der eingesetzten Software als auch von der Art und Weise ab, wie Inhalte gestaltet und Funktionen eingesetzt werden.

In der Praxis ist es wichtig zu verstehen, dass WCAG kein reiner Technikbegriff ist. Die Richtlinien betreffen auch Sprache, Struktur, Navigation, Kontraste, Alternativtexte, Eingabefelder, Fehlermeldungen und die grundsätzliche Nutzbarkeit digitaler Prozesse. Gerade bei Befragungen, Evaluationen und Prüfungen ist dies entscheidend dafür, ob Teilnehmende Inhalte ohne unnötige Hürden nutzen können.

Welche Versionen von WCAG gibt es?

Relevant sind heute vor allem die Versionen WCAG 2.0, WCAG 2.1 und WCAG 2.2. Sie wurden als W3C-Empfehlungen veröffentlicht und bauen aufeinander auf. Ein digitales Angebot, das die WCAG 2.2 auf einer bestimmten Konformitätsstufe erfüllt, erfüllt auf derselben Stufe grundsätzlich auch die Anforderungen der WCAG 2.1 und WCAG 2.0. Das W3C empfiehlt deshalb, sich bei neuen oder überarbeiteten digitalen Angeboten an der jeweils aktuellsten veröffentlichten Version zu orientieren. Die früheren Versionen bleiben weiterhin gültige W3C-Empfehlungen.

  • WCAG 2.0 wurde 2008 veröffentlicht und bildet die Grundlage der bis heute gebräuchlichen Systematik. Aus dieser Version stammen die vier zentralen Prinzipien Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit sowie die drei Konformitätsstufen A, AA und AAA.
  • WCAG 2.1 wurde 2018 veröffentlicht und ergänzt WCAG 2.0 in Bezug auf die Nutzung auf mobilen Endgeräten, die Anforderungen von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sowie kognitive Aspekte der Nutzung. Damit ist die Richtlinie besser auf moderne, interaktive Webanwendungen, digitale Formulare, Onlineumfragen, Onlineprüfungen und andere browserbasierte Prozesse zugeschnitten.
  • WCAG 2.2 wurde erstmals 2023 als W3C-Empfehlung veröffentlicht und ergänzt die vorherigen Versionen um weitere Erfolgskriterien. Diese betreffen insbesondere praktische Bedienhürden für Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen. Dazu zählen beispielsweise Anforderungen an die Sichtbarkeit und Position des Tastaturfokus, die Mindestgröße interaktiver Elemente, Alternativen zu Ziehbewegungen sowie konsistente Hilfefunktionen. Die vier grundlegenden Prinzipien und die drei Konformitätsstufen bleiben dabei erhalten.

Darüber hinaus befindet sich WCAG 3 in Entwicklung. Die aktuelle Fassung ist ein Arbeitsentwurf und noch keine verabschiedete W3C-Empfehlung. Für aktuelle Projekte, Anforderungen und Konformitätsbewertungen bleibt deshalb die WCAG-2-Reihe maßgeblich – mit WCAG 2.2 als aktuellster veröffentlichter Empfehlung.

Was bedeuten WCAG Level A, AA und AAA?

Die Konformitätsstufen A, AA und AAA zeigen, wie umfassend ein digitales Angebot die Anforderungen der WCAG erfüllt.

  • Level A ist die grundlegende Mindeststufe und umfasst zentrale Basisanforderungen, z. B. dass Inhalte grundsätzlich wahrnehmbar sind, Textalternativen vorhanden sind und wichtige Funktionen per Tastatur erreichbar bleiben.
  • Level AA baut auf Level A auf und ergänzt Anforderungen, die typische Barrieren im digitalen Alltag weiter reduzieren, etwa bei Kontrasten, responsiver Darstellung, Orientierung oder der Verständlichkeit von Eingaben und Formularen.
  • Level AAA ist die höchste Stufe und umfasst zusätzliche, besonders weitgehende Anforderungen, z. B. an die visuelle Darstellung oder weitergehende Hilfen für Nutzer*innen.

Für viele digitale Anwendungen ist Level AA besonders relevant, da diese Stufe ein hohes Maß an Barrierefreiheit ermöglicht und zugleich praxisnah umsetzbar ist. Eine vollständige AAA-Konformität ist dagegen häufig nur für spezielle Anwendungsfälle realistisch.

In welchen Bereichen ist WCAG besonders relevant?

Die WCAG sind überall dort relevant, wo Menschen digitale Inhalte nutzen, Formulare ausfüllen, Rückmeldungen geben, Prüfungen absolvieren oder auf Ergebnisse zugreifen. Je stärker digitale Prozesse in den Alltag von Organisationen integriert sind, desto wichtiger wird es, Barrieren von Anfang an zu berücksichtigen und systematisch zu reduzieren.

  • In Hochschulen und Bildungseinrichtungen spielt WCAG eine wichtige Rolle, wenn digitale Lehrevaluationen, Seminarevaluationen oder Onlineprüfungen für möglichst viele Teilnehmende zugänglich sein sollen. Barrierefreiheit unterstützt hier nicht nur die Nutzbarkeit, sondern auch Teilhabe, Chancengleichheit und faire digitale Bildungsprozesse.
  • Im Gesundheitswesen betrifft WCAG z. B. Patientenbefragungen, Feedbackprozesse in Kliniken oder digitale Rückmeldungen in medizinischen Weiterbildungen. Gerade in diesem Umfeld ist es wichtig, dass digitale Fragebögen und Oberflächen verständlich, klar strukturiert und ohne unnötige Hürden nutzbar sind.
  • In der öffentlichen Verwaltung ist WCAG relevant, etwa bei digitalen Beteiligungsprozessen, Feedbackformularen, Befragungen oder Informationsangeboten. Wenn digitale Angebote möglichst viele Bürger*innen erreichen sollen, ist Barrierefreiheit eine zentrale Voraussetzung für Zugänglichkeit und hohe Beteiligung.
  • In Unternehmen betrifft WCAG z. B. Mitarbeiterbefragungen, Kundenumfragen, Schulungsevaluationen oder andere digitale Interaktionen. Hier zeigt sich Barrierefreiheit vor allem darin, ob digitale Prozesse für unterschiedliche Nutzer*innengruppen zuverlässig, verständlich und ohne unnötige Hürden funktionieren.

Welche Auswirkungen haben die WCAG auf digitale Tools?

WCAG wirkt sich auf digitale Tools überall dort aus, wo Nutzer*innen Inhalte lesen, Eingaben machen, durch Oberflächen navigieren oder Ergebnisse abrufen. Der Standard betrifft deshalb nicht nur Websites, sondern auch Formulare, Webanwendungen, Fragebögen, Reports und andere interaktive Prozesse. In der Praxis geht es dabei unter anderem um verständliche Strukturen, Tastaturbedienbarkeit, Kontraste, Alternativtexte, klare Linktexte und eine barrierearme Nutzerführung.

Ebenso wichtig ist die Gestaltung der bereitgestellten Inhalte. Werden beispielsweise Bilder ohne Alternativtexte oder nicht barrierefreie Audio- oder Videoinhalte eingebunden, kann dies Auswirkungen auf die WCAG-Konformität eines digitalen Angebots haben.

Barrierefreie Umfragen und Tests mit evasys und evaexam

Für Befragungs- und Prüfungssoftware spielt Barrierefreiheit eine besondere Rolle, da Teilnehmende Onlineumfragen und Onlineprüfungen möglichst selbstständig bearbeiten, Eingaben vornehmen und Ergebnisse abrufen können müssen. Neben der technischen Umsetzung sind dabei auch die verwendeten Templates sowie die Gestaltung der jeweiligen Frage- oder Prüfungsbögen entscheidend.

Mit evasys können Onlineumfragen so gestaltet werden, dass sie die Anforderungen der WCAG 2.2 Level AA erfüllen. Dabei spielen nicht nur die technischen Funktionen der Software eine Rolle, sondern auch das verwendete Template, die eingesetzten Fragetypen und die Gestaltung des Fragebogens. Erfüllen diese Bestandteile die grundlegenden Anforderungen an die Barrierefreiheit, wird ein Konformitätslogo angezeigt und eine zugehörige Konformitätserklärung bereitgestellt.

Mit evaexam können Onlineprüfungen und Tests ebenfalls so gestaltet werden, dass sie die Anforderungen der WCAG 2.2 Level AA erfüllen. Voraussetzung ist auch hier, dass das verwendete Template und der Prüfungsbogen barrierefrei gestaltet sind. Sind die entsprechenden Anforderungen erfüllt, erscheinen ebenfalls ein Konformitätslogo und eine zugehörige Konformitätserklärung.

Für die Barrierefreiheit einer konkreten Onlineumfrage oder Onlineprüfung sind daher sowohl die Software als auch die individuell erstellten Inhalte entscheidend. Werden beispielsweise nicht barrierefreie Medien eingebunden, ungeeignete Fragetypen verwendet oder notwendige Alternativtexte nicht hinterlegt, kann dies die Zugänglichkeit beeinträchtigen.

Häufige Fragen (FAQs) zu WCAG

Was ist der Unterschied zwischen WCAG und digitaler Barrierefreiheit?

Digitale Barrierefreiheit beschreibt das Ziel, digitale Inhalte und Funktionen für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. WCAG ist dafür der wichtigste internationale Standard im Web und liefert die konkreten Kriterien, anhand derer sich Barrierefreiheit bewerten und umsetzen lässt.

Welche WCAG-Version ist aktuell relevant?

Aktuell ist vor allem WCAG 2.2 relevant, da es sich um die neueste veröffentlichte Version der WCAG-2-Reihe handelt. Gleichzeitig bleiben auch WCAG 2.0 und WCAG 2.1 gültige W3C-Empfehlungen.

Was bedeutet WCAG Level AA in der Praxis?

WCAG Level AA bedeutet, dass ein digitales Angebot nicht nur die grundlegenden Mindestanforderungen erfüllt, sondern darüber hinaus typische Barrieren im digitalen Alltag reduziert, z. B. bei Kontrasten, Orientierung oder Formularen. Deshalb gilt Level AA für viele Anwendungen als besonders praxisnaher Zielstandard.

Wie unterstützt evasys barrierefreie Onlineumfragen?

Mit evasys können Onlineumfragen so gestaltet werden, dass sie die Anforderungen an Barrierefreiheit gemäß WCAG 2.2 Level AA erfüllen. Beim Öffnen einer Onlineumfrage prüft evasys zudem, ob Fragebogen und Template grundlegende Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird ein Konformitätslogo angezeigt und eine zugehörige Konformitätserklärung bereitgestellt.

Wie unterstützt evaexam barrierefreie Onlineprüfungen?

Mit evaexam können Onlineprüfungen so gestaltet werden, dass sie die Anforderungen an Barrierefreiheit gemäß WCAG 2.2 Level AA erfüllen. Beim Öffnen einer Onlineprüfung wird ebenfalls geprüft, ob Prüfungsbogen und Template die grundlegenden Anforderungen erfüllen. Erfüllt die Prüfung diese Anforderungen, erscheint ebenfalls ein Konformitätslogo mit zugehöriger Konformitätserklärung.